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Geboren und aufgewachsen bin ich im schönen Niedersachsen, später verschlug mich das Schicksal in den Taunus, wo ich mich nun seit vielen Jahren sehr wohl fühle.

Zum Schreiben kam ich relativ spät. Zunächst studierte ich Musik und Sprachen, legte das 1. und 2. Staatsexamen als Gymnasiallehrerin ab, arbeitete in einem Buchladen, heiratete und bekam zwei Kinder. Aber irgendwann setzte sich das väterliche Erbe durch (mein Vater, Kurt Sellnick, schrieb Theaterstücke) und ich begann mit vorsichtigen Schreibversuchen. Zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, später Romane. Bis zur ersten Veröffentlichung war es ein langer, dorniger Weg, doch wer wirklich vom Schreiben besessen ist, der gibt nicht auf. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass jedes Manuskript, auch wenn es für die Schublade geschrieben war, seinen Sinn gehabt hat, denn es hat mich ein Stück weiter gebracht.

Inzwischen habe ich an die zwanzig Romane bei verschiedenen großen Verlagen veröffentlicht, ich arbeite mit einer literarischen Agentur  zusammen und lebe vom Schreiben. Es ist ein wundervoller Beruf, der mir viele Freiheiten gewährt, mir zugleich jedoch harte Selbstdisziplin abverlangt. Sechs bis acht Stunden täglich sind dem Schreiben gewidmet, auch am Wochenende, auch an Feiertagen.

Dafür gönne ich mir nach einem beendeten Roman ein oder zwei Wochen Pause bevor ich das nächste Projekt in Angriff nehme.


Die Familiengeschichte der Melzers in der „Tuchvilla“ ist eines meiner Lieblingsprojekte. Wie ich darauf kam? Nun, mein Großvater hat vor vielen Jahren eine Fabrik in Kassel besessen. Sie stellten keine Textilien sondern irgendwelche Innenteile für Kupferspulen her. Die Fabrik hielt sich leider nicht lange und musste bald verkauft werden, aber mein Vater hat immer wieder davon erzählt. Auch von der hübschen Villa, die mein Großvater seinerzeit hat bauen lassen und die heute noch steht …