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06.052021 - Hast du jetzt endlich Zeit für mich?

Jawohl, die Dame!

Gestern habe ich das letzte Kapitel des Romans mit dem Arbeitstitel „Tuchvilla 6“ geschrieben! Jetzt warte ich eine Woche, lasse alles sacken und gehe dann an die Überarbeitung. Zeit für Extra-Streicheleinheiten und liebevolle Aufmerksamkeit für meine Hundedame, die es nicht leiden kann, wenn Frauchen an der Maschine sitzt und sich nicht um sie kümmert.

Ansonsten geht die Arbeit weiter. „Sturm über der Tuchvilla“, der fünfte Band der Reihe, ist gestern aus dem Lektorat gekommen, ich muss den Text durchsehen, Anregungen und Fragen einarbeiten und dann an den Verlag schicken. Danach bekomme ich die Druckfahnen, die noch einmal geprüft werden müssen und dann geht das Buch in den Druck.

Es wird also einen fünften und einen sechsten Band der „Tuchvilla Saga“ geben. Danach werde ich Abschied von meinen Figuren nehmen und die Reihe beenden.

Inzwischen geht es an die Planung einer neuen Reihe von Anne Jacobs, über die ich noch nichts verraten darf. Gemeinsam mit meiner Lektorin vom Blanvalet Verlag arbeite ich an einer Idee, die ich sehr liebe und die dem Verlag gut gefällt. Mal schauen, was dabei herauskommt.

28.03.2021 - Sturm über der Tuchvilla

Am 15. November erscheint der fünfte Band der Tuchvilla-Saga.

Wir schreiben das Jahr 1936 – der Nationalsozialismus hat sich in Deutschland fest etabliert, das Führersystem durchdringt unaufhaltsam Wirtschaft, Kultur und das Privatleben der Menschen. Auch für die Tuchvilla-Familie stehen bittere Veränderungen an, denn Marie ist jüdischer Herkunft, ihre Kinder sind somit jüdische Mischlinge. Dodo verfolgt beharrlich ihren Traum, Fliegerin zu werden und ergattert ein Praktikum bei den Messerschmittwerken in Augsburg, Leo studiert Kompositionslehre in München. Werden sich ihre Hoffnungen erfüllen? Als man Paul nahelegt, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen, um die Leitung seiner Fabrik behalten zu können, trifft Marie eine folgenschwere Entscheidung.

08.03.2021 - Eine kleine Auswahl

manchmal stehe ich ein wenig ratlos vor meinem Bücherregal im Archivraum. Die Tuchvilla ist inzwischen in neun Sprachen übersetzt und meine Sammlung der Belegexemplare stattlich. So viele Bücher, die ich geschrieben habe, und die ich nicht lesen kann! Am ehesten ginge es noch in Französisch, da bin ich noch ganz gut. Polnisch und Tschechisch wäre schon schwieriger, aber immerhin mit dem Russischen verwandt, da könnte ich mir einiges zusammenreimen. Auch Holländisch wäre mit etwas Übung möglich. Italienisch und Spanisch – schwierig. Ungarisch – geht leider gar nicht. Portugiesisch auch nicht. Demnächst kommt die norwegische Ausgabe der Tuchvilla heraus – da werde ich kein einziges Wort verstehen. Wie schade!

Aber was rege ich mich eigentlich auf? Ich weiß ja doch, was drin steht!


16.02.2021 - Da sind sie schon!

Unglaublich! Gestern war der Boden noch gefroren – aber die Schneeglöckchen kümmert das wenig. Beim ersten Sonnenstrahl sind sie da, strecken sich und wollen ihre Blütenkelche öffnen.

Nein – der richtige Frühling ist noch weit – aber die ersten Anzeichen sind da. Komisch – jetzt geht auch die Schreibarbeit flotter voran. Ich bin am sechsten und letzten Band der Tuchvilla-Saga angelangt, der zweite Weltkrieg hat begonnen.

Das 3. Reich hat die Bewohner der Tuchvilla auseinander gerissen – Marie und Leo leben weit von ihren Lieben entfernt, Paul wird die Leitung der Fabrik aus den Händen genommen, Dodo wird Fliegerin im Kriegseinsatz, Sebastian sitzt im KZ Dachau ein. Bomben zerstören die Fabrik, auch die Tuchvilla bleibt nicht verschont. Es wird Opfer geben – einige liebgewordene Personen werden das Desaster nicht überleben. Und doch wird  das Buch versöhnlich enden, Paul und Marie werden einander wiedersehen und gemeinsam der neuen Zeit entgegengehen.

05.02.2021 - Lesungen

Eigentlich halte ich gern Lesungen. Am liebsten in kleinen Buchläden, wo die Zuhörer eng gedrängt sitzen und ich auf „Tuchfühlung“ mit ihnen bin. Dann mische ich die gelesenen Textstellen mit heiteren Berichten, erzähle aus meinem Autorenleben, berichte von den Recherchen oder über Erlebnisse, die damit zu tun haben. Wenn ich spüre, dass meine ZuhörerInnen „mitgehen“, wenn ich in den Gesichtern lese, dass mein Vortrag ihnen gefällt, dann habe ich das schöne Gefühl, etwas Sinnvolles geleistet zu haben.

Momentan sind alle Lesungen wegen der Corona Pandemie abgesagt. Das ist einerseits schade – auf der anderen Seite bin ich – ehrlich gesagt – recht froh, bei diesem Mistwetter nicht per Bahn durch ganz Deutschland fahren zu müssen. Jedes Mal die Zitterpartie: klappt der Anschluss, oder hat der ICE wieder mal Verspätung? Fährt dieser Bus hier ab oder wurde die Haltestelle wegen einer Baustelle verlegt? Wo ist jetzt mein Hotel? In den meisten Orten sind Straßenschilder Mangelware – die Einheimischen kennen ihre Straßen ja. Und wie finde ich mein Hotel nach der Lesung in der stockdunklen, unbekannten Stadt wieder? Leider haben ich den Ortssinn eines Maulwurfs.

Ach ja – vorläufig ruhe ich mich zu Hause aus und schreibe. Die nächste Lesung ist frühestens im Herbst. Hoffentlich bei klarem Wetter und guten Zugverbindungen.

25.01.2021 - Was will mir der Verlag damit sagen????

Vor ein paar Tagen kam dieses Buch bei mir an. Im Beischreiben: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die Tuchvilla IV in die nächste Auflage gegangen ist. Anbei sieben Exemplare Ihres Buches.“

Ähhh …. Das ist aber gar nicht mein Buch.

Nun ja, da hat man sich wohl irgendwie vertan.

Auf der anderen Seite: mein eigenes Buch kenne ich ja. Dieses aber nicht. Also habe ich es mit viel Vergnügen gelesen. Eine bezaubernde Geschichte um eine schwierige Freundschaft zwischen einem egozentrischen Steinforscher und einem Luftikus. Dazwischen flattern an die Hundert Hühner herum. Witzig und skurril – habe mich köstlich amüsiert.

Derjenige, der dieses nette Buch bestellt hat und stattdessen sieben Exemplare Tuchvilla IV erhielt – nein, ich tausche nicht!


17.01.2021 - Schreiballtag

Jetzt ist es wieder passiert. Ich stecke im dritten Kapitel des neuen Romans – Anruf meiner Lektorin. Sie hat das fertige Manuskript, das ich vor Wochen abgegeben habe, gelesen, ist voll des Lobes: wunderbare Atmosphäre, eindringliche Figuren – es hat Freude gemacht, das Manuskript zu lesen. Sie hat da nur ein paar Kleinigkeiten …

Grmpf! Natürlich hat sie recht, sie hat fast immer recht, sie ist eine hervorragende Lektorin, meine Lieblingslektorin. Ein langes Telefonat – wir sind uns einig, ich werde einige Szenen abändern. Seufz. Ein Roman ist ein kompliziertes Gespinst, ziehe ich an einem Faden, wird das ganze Teil schief und krumm. Ich muss alles minutiös durchkämmen, neue Verbindungen knüpfen, streichen, umschreiben, anpassen, glätten. Bis es schließlich perfekt ist. Und genau das wollen wir beide gemeinsam erreichen, meine Lektorin und ich.

Arbeit für eine gute Woche. Derweil sitzt Henny immer noch bei Onkel Paul in der Fabrik und muss sich die lästigen Vorschriften des PG von Klippstein anhören. Armes Mädchen, hoffentlich hält sie durch bis ich sie erlösen kann.

10.1.2021 - Schreib! 

Der erste Satz ist nie ein Problem. Ich habe ihn im Kopf, weiß auch, wie es weitergeht, das erste Kapitel steht soweit. Ich schleiche um den Schreibtisch herum, aber ich kann mich nicht entschließen, den Computer anzuwerfen.

Schreib dein Buch – sagt die die innere Stimme.

Natürlich. Nichts anderes habe ich vor. Nur – dieser Schreibtisch muss aufgeräumt werden. Staubig ist er auch. Und diese Stifte brauch ich nicht, dafür fehlt ein vernünftiger Bücherständer …

Schreib dein Buch – sagt die innere Stimme vernehmlicher.

Sofort. Nur – der Schreibtischstuhl ist eine Katastrophe. Schon ganz durchgesessen und die Rückenlehne löst sich immer, muss ich jedesmal wieder festschrauben. Ich könnte ich austauschen, aber er ist so wahnsinnig bequem …

Schreib dein Buch – sagt die innere Stimme ärgerlich.

Ich fange sofort an. Muss nur noch die neue externe Festplatte ausprobieren … Weil die alte ja kurz davor ist, den Dienst zu quittieren ...

Schreib  dein  Buch!

Schrei mich nicht an! Ich brauche dringend eine Tasse Kaffee. Wegen Kreislaufproblemen. Sonst kommt die Phantasie nicht in Schwung. Und auch sonst nichts.

S c h r e i b  d e i n  B u c h !

Sei nicht so penetrant! Wo ist die Schokolade, die ich gestern gekauft habe? Süßes zum Kaffee ist unabdingbar. Soll glücklich machen.

SCHREIB DEIN BUCH !!!

Bin dabei. Im Geiste habe ich schon angefangen. Jetzt drücke ich auf den Startknopf und der Computer fährt hoch. Lauf dich schon mal warm Junge, ich nehme noch ein Schlückchen Kaffee.

Schreib!

Noch ein Kippchen …

Schreib!

Tuchvilla Teil VI

Kapitel 1

Auf hoher See …

Na also. Geht doch.

Ach, halt die Klappe!


05.01.2021 - Was für eine triste Zeit. Der Himmel hängt grau und tief, es wird nicht wirklich hell und dazu liegt hier nicht einmal Schnee. Da braucht man besondere Hilfsmittel, um sich mit Lust und Freude seiner Arbeit zu widmen. Sehr beliebt in diesen Tagen bei mir: Kaffee und Schoki. Auch Kekse oder leckere Nüsslein, die so vitamin- und kalorienreich sind. Dabei überlege ich, wie ich meine Protagonisten durch den 2. Weltkrieg bringe. Es wird Opfer geben, das ist unausweichlich. Wen soll ich über die Klinge springen lassen? Wer überlebt?

Eine Autorin ist Herrin über ihren selbsterschaffenen Kosmos. Das ist wunderbar – aber auch eine große Verantwortung. Momentan fühle ich mich nicht gut dabei – ich hasse es, meine Protagonisten zu töten, ich mag sie eigentlich alle. Auch die Mieslinge sind mir irgendwie ans Herz gewachsen. Noch ein Stückchen Schoki – vielleicht hilft's?


02.01.2021 - Darüber freue ich mich ganz besonders:

Die Tuchvilla-Sage ist inzwischen in acht Sprachen übersetzt. Es gibt sie auf Spanisch, Italienisch, Französisch, Porugiesisch, Holländisch, Ungarisch, Tschechisch und Polnisch. Sie wird auch in Kanada und Mexiko gelesen.

In Frankreich und Kanada sind die ersten beiden Bände erschienen, am 16. Januar wird dort der 3. Band publiziert.



01.01.2021 - Meine lieben Leserinnen und Leser, Freunde und Bekannte in nah und fern,

Ein neues Jahr ist angebrochen – und wir wissen, dass es anders sein wird. Dass es ein besseres als das vergangene werden wird, hoffen wir alle. Gehen wir es mit Mut und Phantasie an, bewahren wir uns Vernunft, Mitmenschlichkeit und das feste Vertrauen in die Zukunft.

Tun wir einfach das Nächstliegende.

Das bedeutet für mich, dass ich im Geiste zurück nach Augsburg reise, wo die Bewohner der Tuchvilla sich mit dem 3. Reich auseinandersetzen müssen. Was sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der Familie Melzer abspielt, habe ich im Fünften Band beschrieben, der im Frühjahr erscheinen wird. Es wird harte Einschnitte geben, denn Marie ist jüdischer Herkunft, was auch für Dodo und Leo Folgen hat. Wird Paul und Maries Liebe auch diese harte Prüfung überstehen? Und was wird mit Leos Musikstudium in München? Mit Dodos Traum, Fliegerin zu werden, der nach dem Erwerb des A- Flugscheins in greifbare Nähe gerückt ist?

Alles das habe ich im fünften Band der Tuchvilla-Sage erzählt. Nun habe ich meinen Schreibtisch leergeräumt und neu bestückt, um den sechsten Band zu schreiben. Worum geht es? Schauen Sie sich die Literatur an, die ich dazu benötige. Wobei dies nur ein kleiner Teil ist – alle Bücher wären nicht auf das Foto gegangen.